[Blog-Tour]: „Suicide – Drei Monate und ein Tag“ von Stefan Lange.

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Heute ist bei mir die Blogtour zu Stefan Langes Buch „Suicide – Drei Monate und ein Tag“ zu Gast, und ich möchte ein wenig Aufklärung in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Depressiven geben.

 

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Cover zum Roman.

 

 

Depressionen sind derzeit mal wieder in aller Munde gewesen (durch den Flugzeugabsturz der mutwillig von einem Co-Piloten herbei geführt wurde), wenn gleich der Sturm mittlerweile wieder abgeebbt ist. Ich finde die Aufklärung über Depressionen einen sehr wichtigen Teil dieser Blogtour, und ich fühle mich geehrt diesen Anteil zu haben, da ich selbst auch Betroffene bin, weshalb es mir natürlich um so wichtiger ist die Realität über diese Erkrankung zu fördern. Viele Menschen hören einmal etwas von einer psychischen Krankheit, die Depressionen nun mal sind und machen dann dicht, stoßen einen wieder weg, und wollen am besten auch gar nichts mehr von einem wissen. (Selbst erlebt.) Aber kann so ein Miteinander aussehen? Ich denke nicht. Es gibt mit Sicherheit viele Menschen, die sich dadurch nicht trauen ehrlich zu ihren Mitmenschen zu sein, die stets eine Maske tragen müssen. Diese Maske kostet wahnsinnig viel Kraft und verhindert, dass die Kraft in die Aufwendung der Verbesserung der Depression gesteckt wird. Auch der Autor Stefan Lange hat sich mit einer Maske über Wasser gehalten, nur stürzte ihn das immer weiter in die Krise. Schließlich hat es soweit zum Absturz geführt, dass er fast zu Hause einschloss,und nur mit Zwang raus ging, selbst Essen kaufte er manchmal nicht mehr ein, und hungerte stattdessen lieber.

Depressionen sind in den Industrieländern Volkskrankheit Nr. 1! Dabei ist die Unipolare, die am häufigsten auftretende Erkrankung. Auch wenn der Autor in seinem Buch nur kurz am Ende etwas dazu sagt, so meine ich lag bei ihm eher eine bipolare Depression vor, das soviel heißt, dass sich übermässig gute Phasen, mit mächtigen Tiefs abwechseln. Die in ein so enormes Tief abglitten, dass er fast damit sein Leben gelassen hätte, und zusätzlich hätten genauso gut andere Menschen in Gefahr geraten können.

Ich muss gestehen, auch ich habe hin und wieder diese Gedanken, dass ich nicht mehr Leben möchte, soweit das ich aber plane wie ich es am besten mache ist es noch nie gekommen. Ich sage immer aus Angst, weil es aus meiner Sicht eine enormen Mut erfordert diesen Schritt durchzuziehen. Aber wenn ich jetzt das Buch von Stefan gelesen habe, gruselt es mich erst recht diesen Schritt zu gehen, und das empfinde ich als durchweg positiv. Ich war auch immer bereit selbst etwas zu tun, ich wollte kämpfen wie eine Tigerin, aber mein Innenleben wollte sich einfach nicht umstellen. Die Anzahl an Traumatas in meinem Leben scheint so gewaltig, dass ich es einfach nicht schaffe diese so zu verarbeiten, dass ich es schaffe glücklich zu sein. Ein grosses Problem ist auch, dass Konzepte erdacht wurden von schlauen Ärzten, die für die Allgemeinheit gelten, nur falle ich leider immer aus dem Rahmen, das ist nicht neu für mich. Trotzdem kämpfe ich um eine Gesprächstherapie, und auch der Autor hat sich einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie zugewandt, in der er sich wieder ans Licht gekämpft hat.

 

Symptome der Depression:

  • negatives/pessimistisches Denken
  • Gedankenkreisen um alles mögliche, meistens negativ
  • Selbstvorwürfe/Schuldgefühle
  • Gefühle des Versagens
  • Glauben nicht daran je wieder gesund zu werden
  • Selbstmordgedanken/Selbstmordversuche
  • Konzentrations- und Merkfähigkeit sind eingeschränkt
  • Angst vor Entscheidungen aus Unsicherheit, oder einen Fehler zu begehen
  • Grübelgedanken
  • schlapp, antriebslos, schwach, energielos, erschöpft
  • schnell körperlich erschöpft
  • chronische Müdigkeit
  • quälende innere Unruhe/Rastlosigkeit
  • Probleme beim Ein- und Durchschlafen
  • Appetitlosigkeit
  • Lust auf Sexualität geht verloren
  • körperlich können ebenfalls eine Reihe von Problemen auftreten, wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Rückenschmerzen, Schweregefühl im Brustraum
  • Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, diese Gefühle dauern an und können sich weiter verstärken
  • Unfähigkeit Freude zu empfinden
  • innere Leere
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • häufig leiden Betroffene unter Ängsten

 

Es ist sehr wichtig, dass der Depressive selbst den Weg geht um sich Hilfe zu holen, wie Stefan Lange es in seinem Buch beschreibt. Aber wie schon vorerwähnt, ist es auch gut, wenn Freunde zur Seite stehen, und einen nicht im Regen stehen lassen, vielleicht sogar darin bekräftigen. Das heißt nicht alles für den Betroffenen erledigen, sondern ihn vielleicht bei dem ersten schweren Weg zu begleiten, wenn er es denn wünscht, oder ihm ein Ohr zum Reden anzubieten. Vorurteile durch Reden abbauen, und zu sehen, dass diese Krankheit, in den meisten Fällen heilbar ist. Allerdings kann es auch sein, dass einen nicht nur einmal im Leben eine depressive Episode ereilt, sondern mehrfach. Manche Menschen müssen deshalb (so wie ich) einen gewissen Spiegel von Antidepressiva im Blut haben, um nicht vollends wieder abzustürzen, und kommende Episoden so schon im Vorfeld abzufedern. Aber auch Tabletten sind keine Wundermittel, sie sind nur zur Unterstützung da, auch wenn sie oft verteufelt werden, ohne sie würde es mir noch viel viel schlechter gehen als ohnehin schon. Wichtig ist auch wieder ins Tun zu kommen. Ob geistig oder sportlich ist erstmal egal, das sollte man wohl je nach Interessen entscheiden, auch wenn es erstmal ein Durchringen ist. Wenn man den ersten Schritt überwunden hat, kommt der zweite, und dann sollte man auf jeden Fall auch Sport hinzu nehmen, das wirkt für viele belebend und weckt die Lebensgeister.

Was aber wenn man sich wie ich einfach nicht schafft alleine aufzuraffen? Nach vielen vielen Therapien, stationären Aufenthalten um zu versuchen eine Besserung herbei zu führen habe ich mich entschlossen eine Selbsttherapie zu machen. Ihr fragt euch jetzt vielleicht wie? Ich habe mir einen Hund zugelegt, einen Sinn in meinem Leben geschaffen, denn ich selbst bin berentet. Der kleine Schatz ist jetzt seit etwa 2 Monaten in meinem Leben, und ich spüre endlich nach so langer Zeit wieder etwas Lebendigkeit, Liebe, Hoffnung. Ich habe das Gefühl es hat sich was bewegt, und wenn es nur die Gassirunden sind, die wir zusammen gehen. Unsere gemeinsamen Spielstunden, die langen Spaziergänge die wir mittlerweile schon gemacht haben. Hätte mir vor zwei Monaten jemand gesagt wir laufen um den gesamten Dutzenteich von Nürnberg, ich hätte ihm einen Vogel gezeigt. (Entschuldigt die Ausdrucksweise, ich will nur das ihr mich versteht.) Wir haben ganz langsam aufgebaut immer ein bisschen mehr zu machen, und so macht mich diese kleine Grinsemaus, trotz vieler Proteste, wie kann ich nur, und was wenn du dich nicht kümmerst, im Moment zumindest sehr glücklich, und ich fühle es auch. Das Hundchen ist besser als jedes Antidepressiva, und niemals, egal wie elendig ich mich fühlen würde, könnte ich das kleine schutzbedürftige Wesen vernachlässigen, und genau das treibt mich an.

Ich weiss, dass kaum ein Mensch der nicht selbst in einer Depression gesteckt hat, nachempfinden kann, wie sich das anfühlt. Aber trotzdem wünsche ich mir von den Menschen, egal ob krank oder nicht Respekt, und die Chance zeigen zu können, dass ich mehr bin als eine Krankheit. Bei all diesen Problemen schlummern in den Betroffenen verborgene Talente, die nur wieder ans Licht befördert werden wollen, und dafür hat jeder eine Chance verdient.

Depression macht auch keinen Unterschied vor dem Stand, Depressionen können jeden Treffen, ob arm oder reich ist dabei völlig egal.

 

An dieser Stelle möchte ich auf die Seite der „Deutschen Depressionshilfe“ verweisen, wo kompetent weiter geholfen wird.

Dieses mir sehr nahgehende Thema hat in mir wieder einige Gedanken ausgelöst, und ich konnte das Buch nicht auf einen Haps verschlingen. Ich finde es mutig von Stefan Lange seine Gefühlswelt für andere Menschen zu öffnen, und so Menschen die noch nichts mit Depressionen zutun hatten einen Einblick zu geben.

Meine Rezension zu diesem Buch folgt an späterer Stelle!

 

Und jetzt noch als Schmankerl für alle Interessierten, es gibt ein signiertes Buch zu gewinnen!!!

Was ihr dafür tun müsst ist nicht viel. Folgt mir hier auf dem Blog und/oder auf meiner Facebook-Seite Cinderellas-Bücherschloss, und sagt mir, warum ihr das Buch gern gewinnen möchtet in einem Kommentar incl. Emailadresse für die Benachrichtigung des Gewinns. Die Auslosung findet nach Ende der Blogtour statt.

 

Dieses Gewinnspiel findet in Zusammenarbeit mit dem Autor Stefan Lange und der Agentur „mainwunder“ statt, welche mir netter Weise den Gewinn zur Verfügung gestellt haben. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, eine Barauszahlung findet nicht statt. Solltet ihr unter 18 Jahre sein benötige ich von euren Eltern eine Einverständniserklärung, dass ihr an dem Gewinnspiel teilnehmen dürft. Bitte teilt mir eine Emailadresse mit (diese benutze ich nur für dieses Gewinnspiel), dass ich euch im Gewinnfall benachrichtigen kann, die Gewinner werden aber zusätzlich auch hier im Blog bekannt gegeben, dafür erklärt ihr euch mit Teilnahme einverstanden, und mit der Versendung eurer Adresse an „mainwunder

 

Morgen (29.09.2015) ist Stefan Lange bei Benjamin von www.benjamin-brueckner.de zu Gast. Also nicht verpassen!!!

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3 Responses
  1. Marion Geier sagt:

    Guten Morgen,

    Also ich würde wahnsinnig gerne für das Buch in den Lostopf hüpfen, da es sich super interessant und spannend anhört und das Thema wird ja in der Gesellschaft immer noch oft belächelt oder gemieden!

    Ich folge dir hier und auf Facebook 😉

    Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    Marion

  2. Huhu,
    ein wirklich toller Beitrag. Depressionen gibt es ja wirklich in vielen Abstufungen und Erscheinungsweisen. Für Betroffene und auch Angehörige ist es oft sehr schwer damit umzugehen… Sehe ich immer wieder.
    Das Buch steht auf Grund seines Themas schon lange auf meiner Wunschliste. Nun würde ich mich sehr über einen Gewinn freuen und vor allem natürlich darüber, dass dieser auch noch signiert ist.
    Also drücke ich mal die Daumen für den Lostopf 😉

    Liebe Grüße,
    Ronja

    post_fuer_ronja@web.de

    http://buecherstoeberecke.blogspot.com

  3. SaBine K. sagt:

    Hallo,

    sehr toller und vor allem mutiger Beitrag. Da ich selber noch nicht mit dem Thema in Berührung gekommen bin ist so ein Buch genau das richtige um mehr über das Thema zu erfahren.

    Liebe Grüße
    SaBine

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